
Entstanden durch Berta und Karel Bobath (1945) in England.
Definition: Die Manuelle Therapie befasst sich mit der Behandlung von reversiblen Funktionsstörungen am Haltungs- und Bewegungsapparates, wie z. B. Blockierungen oder Hypomobilität (eingeschränkte Beweglichkeit durch strukturelle, funktionelle Veränderungen an der Gelenkfläche oder Weichteilmantel).
Zur Behandlung solcher Funktionsstörungen befasst sich die Manuelle Therapie mit verschiedenen Techniken:
Abgrenzung Manuelle Therapie und Manuelle Medizin
Manuelle Therapie: alle Verfahren der Traktion (Zug) und Translation (Verschiebung) eines Gelenkes zur Mobilisation.
Manuelle Medizin: besteht aus der manuellen Diagnostik und der Manipulation der Wirbelsäule.
Das therapeutische Übungsverfahren PNF führt zur Bewegungsbahnung, Steigerung der muskulären Reaktion, über die funktionelle Einheit von Nerven und Muskeln, durch Stimulation der Propriozeptoren.
Den PNF-Techniken liegen Bewegungsmuster (sog. Pattern) zugrunde, die sich an den Körperdiagonalen orientieren.
Einer der ältesten Naturheilverfahren ist die Massage und heißt wörtlich „Kneten“. Die bekannte Bewegung des Knetens besteht darin, eine „verformbare Masse“ mit den Händen zu bearbeiten. Da die Muskulatur aber elastisch ist und nach Beendigung der einwirkenden Massage ihre ursprüngliche Form wieder einnimmt, erfordert das Kneten exakte Handgriffe. Im Laufe der Entwicklung zum heutigen Behandlungssystem sind noch weitere Griffe hinzugekommen, unter anderem das Verschieben, das Streichen und die Drückung verschiedener Gewebsabschnitte.
Alle Methoden, die nicht mit den Händen ausgeführt werden, fallen nicht unter die Klassifikation der klassischen Massage. Die Massage soll die Körperdecke sowie die Muskulatur positiv beeinflussen. Dadurch soll eine verbesserte Durchblutung des Muskels sowie ein Herabsetzen der Muskelspannung erreicht werden. Eine generalisierte Wirkung hat sie auf die Atmung, einem allgemeinen Beruhigung und dem psychischen Wohlbefinden.
(Komplexe Physikalische Entstauungstherapie KPE)
Von Jahr zu Jahr gewinnt die manuelle Lymphdrainage vermehrt an Bedeutung. Sie ist eine Therapieform, mit der das Lymphgefäßsystem im ganzen Körper unterstützt und angeregt wird. Ihre Wirkungsweise ist breit gefächert. So sind sich viele Menschen gar nicht darüber bewusst, dass das Lymphgefäßsystem genauso bedeutend ist, wie das Blutgefäßsystem. Es sorgt für den Abtransport von ganz bestimmten Substanzen, die ansonsten im Raum zwischen den Zellen verbleiben würden. Man kann deshalb das Lymphgefäßsystem in dieser Hinsicht auch als "Spezialist" für Abtransportaufgaben bezeichnen.
So dient die manuelle Lymphdrainage hauptsächlich als Ödem- und Entstauungstherapie für geschwollene Körperregionen, wie beispielsweise Körperstamm und Extremitäten (Arme u. Beine). Sowohl in der Schmerzbekämpfung, wie auch vor und nach Operationen tut sie gute Dienste, das geschwollene, mit Zellflüssigkeit überladene Gewebe zu entstauen. Der Patient spürt eine deutliche Erleichterung, wodurch Schmerzmittelgaben verringert werden können. Zudem verläuft der Heilprozess meist erheblich schneller.
Bei funktionellen Störungen oder Erkrankungen des Lymphgefäßsystems ist die Anwendung der manuellen Lymphdrainage in Verbindung mit Kompressionsbandagen oder Bestrumpfung oft unerlässlich.
Grundsätzlich sollte die manuelle Lymphdrainage fein, rhythmisch, schmerzfrei und langsam durchgeführt werden.
Da die manuelle Lymphdrainage zu einer allgemeinen und spezifischen Gewebeentwässerung führt, eignet sich hervorragend zur Behandlung folgender Beschwerden: