Kreiskrankenhaus Weilburg gGmbH

Erläuterungen zu den Therapien

Das Bobath-Konzept

Entstanden durch Berta und Karel Bobath (1945) in England.

  • Das Bobath-Konzept ist kein statisches Therapiekonzept. Es richtet sich ständig an den neuen Forschungsergebnissen aus.
  • Das B.-K. ist ein problemlösender Zugang zur Untersuchung und Behandlung von Menschen mit neurologischen Störungsbildern, wie z. B. ein Schlaganfall (=Apoplex), Morbus Parkinson (MP), Multiple Sklerose (MS), Schädelhirntrauma (SHT), peripheren Nervenerkrankungen, ...
  • Der Begriff „Konzept“ steht im Gegensatz zu Technik oder Methode.
  • Das B.-K. ist kein Aneinanderreihen von standardisierten Übungen, sondern ein individuell angepasstes Erarbeiten des einzelnen Patienten von Bewegungssequenzen und Handlungen für den Alltag nach exakter Analyse der Probleme des Patienten. Diese Analyse ist ein sich ständig weiterentwickelnder Prozess der sich an alle körperlichen Veränderungen des Patienten anpasst.
  • Das B.-K. ist zielorientiert, funktionell und aktiv!
  • Das B.-K. ist ein 24-Stunden-Konzept in Bezug auf Management und Behandlung. Es ist ein interaktiver Prozess zwischen allen Involvierten: dem interdisziplinärem Team, bestehend aus: den Therapeuten, der Pflege, der Ärzte, aber auch der Angehörigen des Patienten sowie des Patienten selbst!

Manuelle Therapie

Definition: Die Manuelle Therapie befasst sich mit der Behandlung von reversiblen Funktionsstörungen am Haltungs- und Bewegungsapparates, wie z. B. Blockierungen oder Hypomobilität (eingeschränkte Beweglichkeit durch strukturelle, funktionelle Veränderungen an der Gelenkfläche oder Weichteilmantel).
Zur Behandlung solcher Funktionsstörungen befasst sich die Manuelle Therapie mit verschiedenen Techniken:

  • Weichteilmobilisation (Querdehnung der Muskulatur)
  • Mobilisation
  • Muskuläre Techniken (PIR/RH – Techniken zur Muskeldehnung)
  • Manipulation (Mobilisation mit einem Impuls mit hoher Geschwindigkeit und geringer Bewegungsamplitude) der Extremitätengelenke

Abgrenzung Manuelle Therapie und Manuelle Medizin
Manuelle Therapie: alle Verfahren der Traktion (Zug) und Translation (Verschiebung) eines Gelenkes zur Mobilisation.
Manuelle Medizin: besteht aus der manuellen Diagnostik und der Manipulation der Wirbelsäule.

PNF

  • Definition: Die Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation ist ein Behandlungskonzept.
  • Propriozeptiv: Die Propriozeptoren sind die sensorischen Rezeptoren (in Muskeln, Sehnen und Gelenken) für die Tiefensensibilität und nehmen Informationen bezüglich Haltung und Bewegungen des Körpers auf.
  • Neuromuskulär: Neuromuskulär bezieht sich auf das Zusammenspiel von Muskeln und Nerven.
  • Fazilitation: Fazilitieren bedeutet etwas „einfacher machen“, etwas „erleichtern“ (z. B. dem Patient eine Bewegung erleichtern).

Das therapeutische Übungsverfahren PNF führt zur Bewegungsbahnung, Steigerung der muskulären Reaktion, über die funktionelle Einheit von Nerven und Muskeln, durch Stimulation der Propriozeptoren.

Den PNF-Techniken liegen Bewegungsmuster (sog. Pattern) zugrunde, die sich an den Körperdiagonalen orientieren.

Die klassische Massage

Einer der ältesten Naturheilverfahren ist die Massage und heißt wörtlich „Kneten“. Die bekannte Bewegung des Knetens besteht darin, eine „verformbare Masse“ mit den Händen zu bearbeiten. Da die Muskulatur aber elastisch ist und nach Beendigung der einwirkenden Massage ihre ursprüngliche Form wieder einnimmt, erfordert das Kneten exakte Handgriffe. Im Laufe der Entwicklung zum heutigen Behandlungssystem sind noch weitere Griffe hinzugekommen, unter anderem das Verschieben, das Streichen und die Drückung verschiedener Gewebsabschnitte.

Alle Methoden, die nicht mit den Händen ausgeführt werden, fallen nicht unter die Klassifikation der klassischen Massage. Die Massage soll die Körperdecke sowie die Muskulatur positiv beeinflussen. Dadurch soll eine verbesserte Durchblutung des Muskels sowie ein Herabsetzen der Muskelspannung erreicht werden. Eine generalisierte Wirkung hat sie auf die Atmung, einem allgemeinen Beruhigung und dem psychischen Wohlbefinden.

Manuelle Lymphdrainage

(Komplexe Physikalische Entstauungstherapie KPE)

Von Jahr zu Jahr gewinnt die manuelle Lymphdrainage vermehrt an Bedeutung. Sie ist eine Therapieform, mit der das Lymphgefäßsystem im ganzen Körper unterstützt und angeregt wird. Ihre Wirkungsweise ist breit gefächert. So sind sich viele Menschen gar nicht darüber bewusst, dass das Lymphgefäßsystem genauso bedeutend ist, wie das Blutgefäßsystem. Es sorgt für den Abtransport von ganz bestimmten Substanzen, die ansonsten im Raum zwischen den Zellen verbleiben würden. Man kann deshalb das Lymphgefäßsystem in dieser Hinsicht auch als "Spezialist" für Abtransportaufgaben bezeichnen.
So dient die manuelle Lymphdrainage hauptsächlich als Ödem- und Entstauungstherapie für geschwollene Körperregionen, wie beispielsweise Körperstamm und Extremitäten (Arme u. Beine). Sowohl in der Schmerzbekämpfung, wie auch vor und nach Operationen tut sie gute Dienste, das geschwollene, mit Zellflüssigkeit überladene Gewebe zu entstauen. Der Patient spürt eine deutliche Erleichterung, wodurch Schmerzmittelgaben verringert werden können. Zudem verläuft der Heilprozess meist erheblich schneller.

Bei funktionellen Störungen oder Erkrankungen des Lymphgefäßsystems ist die Anwendung der manuellen Lymphdrainage in Verbindung mit Kompressionsbandagen oder Bestrumpfung oft unerlässlich.
Grundsätzlich sollte die manuelle Lymphdrainage fein, rhythmisch, schmerzfrei und langsam durchgeführt werden.

Da die manuelle Lymphdrainage zu einer allgemeinen und spezifischen Gewebeentwässerung führt, eignet sich hervorragend zur Behandlung folgender Beschwerden:

  • Geschwollene Arme oder Beine nach der Entfernung von Lymphknoten
  • Ödeme aufgrund venöser Abflussstörungen, die müde, geschwollene und schwere Beine verursachen, sowie deren Folgeerkrankungen (z. B. offene Beine)
  • Ödeme nach Verletzungen und Operationen, z. B. Frakturen oder Gelenkersatz
  • Ödeme im Gesicht oder an einzelnen Körperteilen
  • Entzündliche Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
  • Hormonelle Dysbalance bei Frauen
  • Lipödem (überwiegend bei Frauen)
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