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Erfahrungsbericht "Notfall: Ausbildung"

Notfall: Ausbildung
Ein Erfahrungsbericht über die ersten Unterrichtswochen an der Krankenpflegeschule
von Isabel Leuninger und Verena Schön

Freitag der 01. Oktober: „Notfall!“ Genau dieses Wort fiel mir ein, als ich alleine um halb zehn auf dem Parkplatz der Krankenpflegeschule in Weilburg stand.
Ab jetzt gab es kein Zurück mehr für mich. Das neue Lebenskapitel "Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin" beginnt in einer halben Stunde und in meinem Kopf wimmelt es nur so vor vielen Fragen: „Wie sind meine zukünftigen Lehrer? Habe ich nette Mitschüler? Wie gestalten sich meine ersten Wochen in der Schule?“ In der Schule angekommen, stellte ich schnell fest: Wir sind ein klasse Team! Wir - 16 junge, dynamische, ehrgeizige und liebenswerte Auszubildende für die Gesundheits- und Krankenpflege.
Auf der Suche nach neuen Herausforderungen treffen wir auf ein motiviertes Lehrerteam und einen gut gefüllten Stundenplan. Neben Anatomie / Physiologie, Hygiene und pflegerischen Fächern gehört es genauso dazu die rechtlichen Grundlagen des Berufes zu kennen und sich mit der menschlichen Psyche auseinander zu setzen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist es im Rahmen des Ethikunterrichtes den Schüler mit dem Thema Sterben & Tod innerhalb des Klinikalltags zu konfrontieren und ihn darauf vorzubereiten.
Fächer wie Mathematik, Deutsch oder auch Englisch gehen nun in die ewigen Jagdgründe ein. Wir verwenden  unsere ganze Energie auf komplexe biologische Vorgänge und schlagen uns mit Fachchinesisch die Nachmittage um die Ohren.
Jeder von uns konnte bei Null beginnen, doch durch die Hilfe unserer Lehrer und Fachdozenten fiel uns der Einstieg sehr leicht. Dennoch muss man ein gewisses Maß an Eigeninitiative zeigen und sich selbst hinter die Bücher klemmen, welches der ein oder andere in der Schule nicht unbedingt nötig hatte.

Nachdem wir Küken aus dem Unterkurs – dem 1. Ausbildungsjahr – unsere ersten Tage hinter uns gebracht haben, lernten wir auch die kennen, die uns bereits eine Nase voraus waren: den Mittel- und Oberkurs.
Manche von ihnen froh, dass sie nicht mehr die Kleinsten sind und mit viel Neugier auf "die Neuen", brachten die beiden Klassen zum gegenseitigen Kennenlernen zu uns. Sie nahmen uns so manche Angst und freuten sich schon jetzt auf eine gute Zusammenarbeit in der praktischen Ausbildung - auf den Stationen des Krankenhauses. Auch mit Fragen konnten und können wir jeder Zeit zu ihnen kommen...der Grundstein für eine gute Ausbildung war gelegt.
Neben dem gewohnten Schulalltag versüßten uns Schulungen und Praxistage die ersten sieben Wochen. Jeder von uns hat nun die Fähigkeit fehlerfrei zu schreien: "Notfall – Zimmer eins!" und mit einer sofortigen Basisreanimation zu beginnen. Sämtliche Dinge zum Thema Schutz und Sicherheit durften auch nicht fehlen; der Begriff "Gemüsefach" bekam in diesen Wochen eine völlig neue Bedeutung dank des Laborteams. Doch genug der Theorie: Der „Waschtag“ stand an. Um uns den Einstieg in die Praxis zu erleichtern, rief das Lehrerteam einen praktischen Übungstag aus. Jeder soll so schmutzig wie möglich zur Schule erscheinen, damit wir uns gegenseitig auf Hochglanz polieren können. Auf diese Weise wurde jeder Schüler zur Schulung der Empathie auch mal zum Patienten.
Hier wollen wir unterstreichen, dass auch abseits der Waschschüssel viel gelacht und gealbert wurde und der Zusammenhalt gestärkt wurde. Wo lernt man sich besser kennen als bei seiner ganz persönlichen Haarwäsche im Bett? Die Mädels können nun rasieren, die Jungs frisieren - Flechten ist kein Fremdwort mehr. Doch selbst das Lehrerteam blieb nicht verschont: Vitalzeichenkontrolle machte so viel mehr Spaß!
Nichts desto Trotz wurde es auch ab und zu mal ernst: Klausuren! Jeder will wissen, was wir wissen, auch wenn wir manchmal gar nichts wissen. Diese Fragezeichen werden zum Glück durch Skripte unserer Dozenten in Luft aufgelöst und untermalt mit zahlreichen Medien wie Powerpoint oder Filmen. Doch auch wir bekamen die Chance einmal Lehrer zu sein und in Form von Gruppenarbeiten und Vorträgen zum Wissen unserer Mitschüler beizutragen.
Schon jetzt werden wir intensiv auf das Examen vorbereitet – auch durch solche Unterrichtsformen.

Unser Fazit: Die Ausbildung ist kein Zuckerschlecken – in den ersten sechs Monaten Probezeit heißt es: "Gas geben, Baby" und diesen Bleifuß im Beruf beizubehalten.
Denn als Gesundheits- und Krankenpflegerin lernt man nie aus!
Selbst nach dem Examen nicht. Wir streben also weiter nach dem Motto: " Wer schreibt der bleibt!"

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